#EX-Manager im Spielzeugland

Erlebnisse eines jungfräulichen Autors auf der Frankfurter Buchmesse zwischen digitalen Medien und Menschen.

Meine Frau hatte schon seit Jahren den Wunsch, die Buchmesse in Frankfurt zu besuchen, weil sie Bücher so sehr liebt. Ich hingegen teile ihre Leidenschaft nur bedingt, denn als richtiger Kerl bin ich eher technikorientiert, wäre da nicht mein großer Traum…

Seit dem Abschluss meiner Diplomarbeit im Jahre 2009 brennt in mir der immer dringender werdende Wunsch, mein Fachbuch zum Thema Führung zu schreiben und zu veröffentlichen. In den letzten zwei Jahren und insbesondere in den vergangenen drei Monaten floss somit der Großteil meiner Arbeitszeit und Energie in die Realisierung meines Traumes. Meine Frau und ich heirateten an einem Freitag den 13. vor fünfundzwanzig Jahren und wieder sollte ein 13. Freitag ein besonderer Tag werden: Freitag, der 13. Oktober 2017 auf der Buchmesse in Frankfurt.

Ich hatte mir eine Liste der Verlage vorbereitet, die ich gerne besuchen wollte. Dabei unterscheide ich in klassische und Selfpublishing Verlage und Verlagshäuser, die in ihrem Konzern auch Tageszeitungen (Handelsblatt/Frankfurter Allgemeine) publizieren. Mit mittlerweile zwei Leseproben im Gepäck werfen wir uns unbedarft in das Getümmel, in diesem Fall können Sie das wörtlich nehmen, wobei wir ausgesprochen neugierig auf die heutigen Erfahrungen sind. Stellen Sie sich ein kleines Kind vor, dass mit vor Staunen weit aufgerissenen Augen ein Spielzeugland betritt und Abenteuerlust verspürt. Exakt so fühle ich mich mit meiner voller Stolz überquellenden Tasche (da sind meine Manuskripte drin) über meiner Schulter, als ich an den Stand vom dtv-Verlag trete und mein Angebot zur Verlegung meiner beiden Bücher vorbringe. Mein in mir brennendes Feuer kann ich kaum an die nette Dame transportieren, denn so erwartungsvoll mein Blick auch ist, ebenso schnell erwischt mich die erste kalte Dusche: „Haben Sie einen Termin?“ „Nein“, antworte ich überrascht und die Frau drückt mir einen Zettel Wichtige Hinweise für das Einsenden von Manuskripten in die Hand. Ein unverbindliches Lächeln und das wiederauflebende Gespräch mit der Kollegin tragen die eindeutige Botschaft in sich: „Du bist heute erst der 1.024 selbsternannte Autor, der glaubt einen Termin zu bekommen“. Ich schaue ob der Kürze der Konversation etwas verdutzt und mit einem Fragezeichen im Gesicht wende ich mich meiner Frau zu. Die dann folgenden Erfahrungen sind die gleichen, egal ob ich beim Rowohlt Verlag, Gabal oder Campus vorspreche: kaum gebe ich mich als Autor zu erkennen, schon bekomme ich entweder obigen Zettel in die Hand gedrückt oder erhalte die Aufforderung, meine Manuskripte über die Homepage hochzuladen. Aus dem veränderten Gesichtsausdruck meiner Frau schließe ich messerscharf, dass mir meine Enttäuschung im Gesicht geschrieben steht. In der gemeinsamen Diskussion wird uns jetzt klar, das Geschäftsmodell „Messe“ scheint sich hauptsächlich zwischen Verlag und Buchhändler abzuspielen und ist offenbar keine Plattform für neue Autoren.

Mit deutlich kleiner lodernder Flamme in mir wenden wir uns den Selfpublishing Verlagen wie BoD oder epubli und neobooks zu, die zu unserer großen Überraschung intensives Interesse zeigen und sich viel Zeit für meine Fragen nehmen. Ich verstehe auch bald, das Selfpublishing ein ganz anderes Business ist, wenngleich ebenfalls interessant.

Mittlerweile sind wir seit Stunden unterwegs, ein wenig wackelig auf den Beinen, bis uns ein Zufall zum Versus Verlag führt. Hier entbrennt ein interessantes Gespräch zwischen der Geschäftsführerin und mir und ich spüre Interesse an mir und meinem Buch. Es braucht nicht viel, um das Feuer in mir wieder zum Erstrahlen zu bringen und meine Gesprächspartnerin bleibt nicht von meiner Begeisterung verschont. Als Krönung lasse ich sowohl Unterlagen als auch einen Stick mit einer Leseprobe zurück. So hatte ich mir das in meinem laienhaften Verständnis vorgestellt! Unser letzter Besuch beim Handelsblatt Fachmedien Verlag toppt das Erlebnis vom Versus Verlag noch in Form einer kompetenten, engagierten und interessierten Gesprächspartnerin. Mir geht ein Licht auf und ich verstehe, der Mensch macht den Unterschied. Realitätsnaher und ein wenig beseelt beenden wir unseren Besuch auf der Buchmesse mit spannenden Erfahrungen im Gepäck.

Fazit: Die Digitalisierung verändert unser aller Leben und ist der Grund für die Entwicklung meines Führungsmodells, das ich in meinem Fachbuch veröffentlichen werde. Ich betrachte mich als ausgesprochen aufgeschlossen gegenüber den Bits & Bytes, doch in obigem Erlebnis stecken für mich folgende Erkenntnisse:

  1. Der Mensch macht den Unterschied.
  2. Digitalisierung ist emotionsfreie Zone!

Nutzen wir die positiven Seiten der Digitalisierung zur Standardisierung von technischen Arbeitsabläufen, damit wir Menschen uns auf Innovationen und Emotionen konzentrieren können.

Mit herzlichen Grüßen aus Düsseldorf

Ihr     Frank Uffmann

#Grenzen der Digitalisierung

Guten Morgen,

anbei ein herrlicher Werbespot, der die Grenzen der Digitalisierung aufzeigt. Köstlich…

Das kann ich nicht vorenthalten.

Ihr

Frank Uffmann

 

#Digitalisierung: Hallo, wir verlieren die Menschen!

Lesezeit: 5 Minuten

Ich bin dabei: heute, 30. Mai 2017 Dell Forum 2017, Düsseldorf.

Vor wenigen Tagen flattert in mein Postfach bei LinkedIn eine Einladung von Dinko Eror, Senior Vice President & General Manager Dell EMC Deutschland, zum Dell EMC Forum 2017 herein. Darüber habe ich mich wirklich gefreut und gleich zugesagt. Auch wenn die ehemalige Kaltstahlhalle auf dem Areal Böhler von den gestrigen Temperaturen noch nett warm ist, so hat das meine Spannung auf den Tag nicht getrübt. Ich bin heute Morgen total neugierig auf den Inhalt der Schubladen, die Dell EMC aufziehen werden, um mich als Besucher zu begeistern. Soviel vorweg: Ich bin begeistert! Keine Angst, das wird jetzt keine Werbeveranstaltung, aber im Grunde meines Herzens bin auch ich nur ein kleiner Junge und spiele gern mit Technik. Gleich zum Start auf großer Bühne eindrucksvoll in Szene gesetzt, werden die Themen Workforce Transformation, Digital Transformation, IT Transformation und Security Transformation näher erläutert. Spätestens nach der Kurve für die IT-Investitionen in Traditional applications versus Cloud-native applications werden mir zwei Dinge klar: erstens, ich habe keine Ahnung und zweitens, mein Vortrag im April (Digitalisierung 5.0) war bezogen auf die Veränderungsgeschwindigkeit, die wir erleben werden, deutlich untertrieben. Es folgt Teil zwei: Breakout Sessions und/oder eine Guided Tour. Ich nehme die Fährte „Menschen“ in den Vorträgen auf und werde fündig: Breakout „Sind Ihre Mitarbeiter bereit für die Zukunft?“  Schnell wird mir im Vortrag über Kopfhörer (ist eben eine IT-Firma) klar, hier geht es um die technische Individualität am Arbeitsplatz für den Desk Centric, Remote Worker, Corridor Warrior, On the Go Pro, Creative, Engineer oder Field Worker. Sehr witzige Namen und auch Konzepte, die für den jeweiligen Arbeitstyp bzw. dessen Anforderungen an seinen Arbeitsplatz zugeschnitten sind. Beispielsweise

der Rugged (Einhausung) 20170530_124257 Laptop  für den Einsatz in der Natur oder

die Hololens von Microsoft Hololens als virtuelle Hilfe bei Operationen, von den Convertibels oder Touchabels fange ich erst gar nicht an zu berichten, weil die viel zu „normal“ sind. Ich schreibe hier nur etwas zu der Workforce Transformation, denn bei den anderen Themen, die sicherlich genauso spannend sind, nur nicht für mich, habe ich so gut wie nichts verstanden und kann die Inhalte somit auch nicht sinnvoll wiedergeben.

Ein Vortrag über den Einsatz von Bildanalyseverfahren bzw. Sprachsteuerung beeindruckt mich sehr. Mir ist bekannt, dass Gesichtserkennung zur Feststellung von Emotionen z. B. in Warenhäusern getestet wird, wobei allerdings die Möglichkeiten der Sprachsteuerung über „Siri“, „Cortana“ oder jetzt neu von Amazon Echo „Alexa“ definitiv unser Leben verändern werden.

Also Selbstversuch am Abend: Ich sitze gerade an meinem Asus PC und fühle mich motiviert, was ich bisher nie war, einen Versuch mit Cortana zu wagen. Ein Klick auf das Micro bei Cortana und auf die Frage, wie mein Name ist, antworte ich mit: „Frank“. Das erste Ergebnis mit „Fack“ stellt mich nicht zufrieden und weitere Versuche ergeben „krank“ oder dann endlich auch „Frank“ – geht doch, warum nicht gleich so. Die Zukunft hat also auch in meinem PC begonnenJ

Eine Geschichte von O.B.: Der achtjährige Junge von O.B. darf in der zweiten Klasse erstmals mit einem Füller schreiben. Um den Einsatz in der Realität gleich einmal zu testen, schreibt er eine Postkarte an seine neuen Freunde, die er im Urlaub kennen gelernt hat und hiermit zu sich nach Hause einlädt (ich vermute nach Abstimmung mit Mama und Papa). Als es um den Transport der Karte geht, schlägt der Kleine seinem Papa vor, ein Bild von der Karte zu machen und das Bild mittels WhatsApp zu verschicken. Der Junge kommt gar nicht auf die Idee, eine Briefmarke zu kaufen…

Fazit: Wir müssen die Menschen mitnehmen und erklären, wie die Dinge funktionieren. Das gilt für die Jugend und noch mehr für die Generationen ab fünfzig.  Im Arbeitsbarometer von Randstad aus Q4 2016 sagen 60% aller Befragten auf die Frage Sind deutsche Arbeitnehmer bereit für die Digitalisierung der Arbeitswelt: „ich brauche spezielle Fähigkeiten, über die ich aktuell nicht verfüge“ und nur 51% sagen Ja zu der Aussage: „ich muss die Initiative ergreifen und mich weiterbilden, um meinen Job zu sichern“. Folgerichtig sagt jeder Zweite: mir fehlen die Fähigkeiten und ich will auch keine Initiative ergreifen, um sie zu lernen!

Die Studie Gebrauchsanweisung fürs Lebenslange Lernen (Okt. 2016) von der Hochschule für angewandtes Management in Erding, gefördert von der Vodafone Stiftung, kommt zu spannenden Ergebnissen:

  • Mitarbeiter wollen sich weiterbilden, fühlen sich aber von den Unternehmen nicht genug unterstützt
  • Führungskräfte unterstützen als Lern-Coaches nur ungenügend
  • Mitarbeiter bewerten aber auch ihr eigenes Lern-Verhalten als mangelhaft: kaum Zielsetzung, wenig Durchhaltewillen, schlechtes Zeitmanagement

 

Wenn der einzelne Mitarbeiter zwar Lust hat zu lernen, aber nicht die Initiative ergreift, um seine Arbeitsfähigkeit (Employability) zu erhalten, dann müssen die Arbeitgeber, und damit meine ich vor allem die Führungskräfte, die Menschen an die Hand nehmen und Lernen neu organisieren, wodurch die Rolle des Lern-Coaches eine ganz neue Bedeutung bekommt. Das ist eine der neuen Aufgaben im Digital Leadership! Der Start ist jetzt, bevor der Methusalem-Effekt in der Automobilindustrie auf die Vielzahl der älteren Arbeitnehmer in allen Branchen durchschlägt. Viel Freude am Lernen!

Beste Grüße aus Düsseldorf

Ihr

Frank Uffmann   

 

Kontakt: www.pizf.de

#Design Thinking Teil 2

Prozeßablauf DTLesedauer:  5 Minuten

Teil 2: DESIGN THINKING – Neumoderner Firlefanz oder notwendige Methode zur Entwicklung von Innovationen?

Wir sind angekommen in der VUCA-Welt, was zugegebenermassen das Leben nicht einfacher macht, aber komplexer. Um die Herausforderungen heute und in der Zukunft erfolgreich zu bestehen, gilt es die „Beweglichkeit“ im Kopf und Unternehmen zu erhöhen. Die mobile Vernetzung macht die Digitalisierung allgegenwärtig und wenn mittlerweile 5,5 Mrd Menschen ein Mobiltelefon benutzen, aber nur 4.5 Mrd eine richtige Toilette – ein WC, dann zeigt das, der Wind der Veränderung ist zum Orkan geworden. Fazit: es ist Zeit für Innovationen im Unternehmen. Die Schnittmenge aus Machbarkeit (Technologisch), Wirtschaftlichkeit und Wünschbarkeit führt hierbei zum Ziel:

Design Thinking erfordert „Interdisziplinäre“ Teams und eine Prozesshatigkeit im Vorgehen, damit diese Methode erfolgsversprechend ist.

Folgende Prozeßschritte müssen bei Design Thinking durchlaufen werden:

  1. Verstehen: Gefühl und Einschätzung für das Thema gewinnen, Kontext erfassen
  1. Beobachten: in der Lebenswelt von Nutzer begeben und deren Bedürfnisse erkennen

Stärken oder Defizite, Probleme und Widersprüche erkennen

  1. Herausforderungen definieren: Erkenntnisse/Bedürfnisse/Hypothesen zusammentragen

Zentrale Herausforderung festlegen und in einer kurzen Fragestellung verorten

  1. Ideen finden: mit Kreativitätstechniken Ideenvielfalt generieren, Lösungsansätze im Team

Schaffen und daraus eine Fokussierung vornehmen

  1. Prototyen entwickeln: Ideen greifbar und kommunizierbar machen

Prototypen dem „Nutzer“ vorstellen und diskutieren

  1. Testen: Prototypen in der Zielgruppe vertesten, Nutzer ausprobieren lassen

Prototypen weiter verfeinern/entwickeln bis zur bestmöglichen Lösung

Innovationen durch und mit Design Thinking sind möglich in/bei

Strategien, Geschäftsmodellen, Produkten, Services und Organisationsstrukturen.

Innovationen sind kein Selbstläufer, sondern erfordern einen Innovationsprozess, Management Priorität, Einbindung in eine Unternehmensstrategie und…

…eine Kultur der Veränderungsbereitschaft!

Fazit: Ich habe in meinem Berufsleben kein Unternehmen erlebt, das eine Veränderungskultur für mich erlebbar gemacht hat. Folglich muss ein heutiges verantwortungsvolles Management genau diesen Prozess initiieren und eine Methode dazu heißt: Design Thinking.

In diesem Sinne lasst den Wind der Veränderung zum Orkan werden…

Ihr

Frank Uffmann

www.pizf.de

Bildquelle: Praxisfeld.de

        

 

 

Fachvortrag „Digitalisierung 5.0 – Motor permanenter Veränderungen

Bild Digitalisierung 5.0

Einladung:           Arbeitskreis Wirtschaft- und Beschäftigungsförderung  Kreis CDU Neuss

und                       MIT Kreisverband Rhein-Kreis-Neuss

am:                       25. April 2017 um 19.30 Uhr

in der:                  CDU Geschäftsstelle 41460 Neuss, Münsterplatz 13 A , I. OG,

Referent:             Frank UffmannBild VUCA

Anmeldung:        bis zum 20. April unter info@pizf.de, kostenfrei

 

 

DESIGN THINKING

Lesedauer:  4 MinutenDesign Th.

Teil 1: DESIGN THINKING – Neumoderner Firlefanz oder notwendige Methode zur Entwicklung von Innovationen?

Erfahrungsbericht: abends um 20.15 Uhr nach dem Seminar war ich um eine Erkenntnis reicher:

Wir sind aktuell Zeitzeugen des Überganges von der Medienepoche der Buchdruckgesellschaft zur comutermedialen „nächsten Gesellschaft“, so viel steht fest.

Unsere Gesellschaft und deren Organisation sind ein soziales System, das aus Kommunikation besteht. Kommunikation wiederum erfordert Kommunikationsmedien, wie Körper- oder Zeichensprache, Sprache selbst oder Sprache in Schriftform. Mit Blick auf unsere Evolution können wir vier Medienpochen ableiten:

  1. Die Stammesgesellschaft  – Kommunikation über Körper- und Zeichensprache
  2. Die Sprachgesellschaft      – Sprache findet miteinander statt, auch in erster Schriftform
  3. Die massenmediale Gesellschaft  – durch den Buchdruck findet Sprache übereinander statt
  4. Die comutermediale Agilitätsgesellschaft – Kommunikation in Sprach- oder Schriftform über diverse Wege

und das Ergebnis ist:

Die Gesellschaft organisiert sich um oder neu, z.B. in Netzwerken und die „neue“ Gesellschaft ist geprägt von Flexibilität und nicht mehr Konsistenz, von schnell wechselnden Beziehungen und von Agilität und Iteration.

Die Frage nach richtig oder falsch verliert an Bedeutung und es entsteht eine neue Ausrichtung in der Gesellschaft (mit Wirkung auf unser Wertesystem) mit „nützlich ja/nein“. Es ist keine Frage mehr, sondern eine Tatsache, wir sind in der „VUCA-Welt“ angekommen. Eine Methode, um im Heute und in der Zukunft erfolgreich zu sein, ist Design Thinking. Also Kopf aus dem Sand ziehen mit „Et hätt noch emmer jot jejange“ und Blick auf eine in der Praxis entstandene Methode, um kreatives Denken mit dem Ziel zu fördern, komplexe Innovations- und Entwicklungsprozesse zu gestalten. Dazu mehr in Teil 2.