Teil X: Führung II (aus aktuellem Anlass) – Führen in einer (Corona) Krise – Meine Kolumne beim DMB

In diesen Tagen erreichen mich sehr interessante Beispiele im Führungsverhalten von Chefs, die schon seltsam anmuten. Zugegebenermaßen gibt es für die aktuelle Krise keine Blaupause und es bleiben vor allem der Bauch als Ratgeber, der in der neueren Wissenschaft auch schon mal als zweites Gehirn tituliert wird und in der Beurteilungsfähigkeit seiner Entscheidungen eher positiv auffällt, und natürlich unser Großhirn, zuständig für unsere vermeintlich rationalen Entscheidungen. Der Anteil an Rationalität, wenn ein Kapitän sich in diesen Tagen unter Deck in den Maschinenraum verkriecht, bleibt mir allerdings verborgen. Es geht aber auch anders: danke für die Beispiele, in denen Frauen und Männer in diesen Tagen zeigen, wie Krisenmanagement umgesetzt wird und Vorbilder für die Mitarbeitenden sind. Danke!

 

Definition/Bedeutung:

Die Krise bezeichnet im Allgemeinen einen Höhepunkt oder Wendepunkt einer gefährlichen Konfliktentwicklung in einem natürlichen oder sozialen System, dem eine massive und problematische Funktionsstörung über einen gewissen Zeitraum vorausging und die eher kürzer als länger andauert (Quelle: Wikipedia, 22.03.2020) .

Führung wird verstanden als ziel- und ergebnisorientierte, aktivierende und wechselseitige, soziale Beeinflussung zur Erfüllung gemeinsamer Aufgaben in und mit einer strukturierten Arbeitssituation (Quelle: Rolf Wunderer).

 

Was macht Führung in einer Krise aus?

Führung in einer Krise gebietet

  1. schnelles Handeln – Geschwindigkeit vor Perfektion –
  2. körperliche Nähe zu seinen Mitarbeitern – Präsenz schafft Vertrauen –aktuell natürlich mit physischem Abstand von 1,50 m
  3. viel Kommunikation – gibt Orientierung und Sicherheit –

Leadership in Krisenzeiten bedeutet möglichst viele neurobiologische Grundbedürfnisse (Zugehörigkeit, Sicherheit, Orientierung) der Mitarbeiter zu befriedigen. In der momentanen Corona-Krise spielt die Fürsorge eines Chefs für die Gesundheit seiner Kollegen eine übergeordnete Rolle, was sich positiv auf die Beziehung zu den Menschen auswirkt und als Werteorientierung wahrgenommen wird und zusätzlich Vertrauen schafft.

 

Wie reagieren typischerweise Führungskräfte in einer Krise?

Am Managerial Grid (Blake/Mouton) lässt sich Führungsverhalten in normalen Zeiten und in Krisenzeiten gut darstellen. Das Gitter stellt Führungsverhalten im Spannungsfeld zwischen Menschen- und Aufgabenorientierung dar, wobei in Krisenzeiten die sach-rationalen Aspekte im Führungsverhalten eine höhere Gewichtung erfahren. Führung nach „Befehl und Gehorsam“ nimmt zu, was in Gefahrensituationen durchaus sinnvoll sein kann. In der Corona-Krise entsteht durch das Virus allerdings eine bedrohliche Gefahr für den Menschen, womit eine Betonung der sozio-emotionalen Aspekte -die Beziehung zum Menschen – sinnvoll erscheint. Wie immer gibt es kein entweder oder, sondern ein sowohl als auch scheint angeraten.

 

Praxistipp:

  1. Kommunikation – schnell, offen und ehrlich –Sprechen, auch wenn es mal nichts Neues zu sagen gibt
  1. Präsent sein, verbal als auch körperlich -Körperliche Nähe schafft Vertrauen (der Chef ist da)
  1. Schnelle Entscheidungen treffen nach dem Pareto Prinzip (80/20) -Besser mal eine falsche Entscheidung als gar keine Entscheidung
  1. Mut machen, „wir schaffen das😊“

 

Risiken und Nebenwirkungen:  

Krisen lösen bei Menschen Ängste aus, die sie teilen möchten, insbesondere mit dem Chef. Also, seien sie da!

 

No-Gos:

In den Maschinenraum abzutauchen, wie im obigen Beispiel dargestellt, ist keine Option im Führungslehrbuch. Ebenso wenig wie Wahrheiten zu verzögern oder zu beschönigen. Wie sagte schon Thomas Mann: „Die schmerzliche Wahrheit ist besser als eine Lüge“.

 

Fazit: Ich erlebe in diesen Tagen sehr viel Gutes, sehr viel W I R, und das macht mir persönlich Mut für unsere Zukunft. Lassen Sie uns gemeinsam die Weichen für eine bessere Welt stellen, sei es in Bildung, Klima, Wirtschaft und der Gemeinschaft aller Menschen auf dieser Erde. Ich bin auf jeden Fall dabei! Geben Sie gut acht auf sich und ihre Mitmenschen.

Ihr

Frank Uffmann

 

Teil IX: Führung – Nicht demotivieren ist die wichtigste Führungsaufgabe!

Erinnern sie sich noch an ihre erste Führungsaufgabe? Sie stürzen sich voller Enthusiasmus in die neue Aufgabe und merken plötzlich, irgendetwas ist anders. Der Blickwinkel vom Mitarbeiter zur Führungskraft hat sich verändert und der Wunsch nach everybody´s Darling zu sein weicht im Laufe der Zeit der Realität. Genau das ist der Beginn vom Aufstieg in den Elfenbeinturm der Führung. Macht macht einsam!

Definition/Bedeutung:

Drei Angebote zur Definition von Führung:

  1. Führen heißt Leben wecken (Anselm Grün)
  2. Führung ist, die Leistung anderer zu organisieren und zu fördern (Reinhard Sprenger)
  3. Führung wird verstanden als ziel- und ergebnisorientierte, aktivierende und wechselseitige, soziale Beeinflussung zur Erfüllung gemeinsamer Aufgaben in und mit einer strukturierten Arbeitssituation (Rolf Wunderer)

Exkurs:

Welche theoretischen Anforderungen werden aktuell an eine Führungskraft gestellt? Die Führungskraft von heute ist ein Superheld: Visionär, Charismatiker, Stratege, Kommunikator, Organisationstalent, Motivator, Macher und Vermittler des digitalen Wandels. Folglich sind die Erwartungen an eine Führungskraft sehr hoch und werden, glaubt man aktuellen Umfragen und Studien, nach Meinung der Mitarbeiter nicht erfüllt.

WIE führen sie richtig?

  1. Vermeiden sie es, ihre Mitarbeiter zu demotivieren! Das liest sich lapidar, ist es aber nicht. Fragen sie Ihre Mitarbeiter, was sie motiviert oder demotiviert. Sie werden hören, welche von den beiden Listen länger ist.
  2. Es gibt Führungskräfte, für die der Kelch der Verantwortung ein Wanderpokal ist und wegducken den schnelleren Körperreflex darstellt, als Brust raus und den Körper aufrichten. Also zeigen sie ihren Mitarbeitern, aus welchem Holz sie geschnitzt sind, denn wie du führst, ist was du bist.

WANN führen sie?

Auf der Arbeit führen sie immer! Sie führen mit Gesten, Mimik, Körperhaltung und Sprache, die sie sowohl mündlich als auch schriftlich, per E-Mail oder WhatsApp einsetzen können. Es gibt in gemeinsamen Momenten mit Mitarbeitern keine Möglichkeit, den Mantel der Führung an der Garderobe abzugeben.

Vermeiden sie es, ihre Mitarbeiter zu demotivieren!© Frank Uffmann

Praxistipp:

  1. Kommunikation kommt vor Führung. Üben!
  2. Anerkennung/Lob jeden Tag und authentisch
  3. Grenzen setzen, um Orientierung zu geben
  4. Vorbild sein
  5. Ziele setzen

…und denken sie an die wichtigste Führungsaufgabe: nicht demotivieren!!!

Risiken und Nebenwirkungen:  

  1. Verführung und Manipulation
    Menschen zu manipulieren ist nicht akzeptabel und ethisch fragwürdig, ganz zu schweigen von den potentiellen gesundheitlichen Spätfolgen.
  2. Wettbewerb im Unternehmen widerspricht dem Teamgedanken
  3. Vorwürfe machen keine Freu(n)de

No-Gos:

Ein Lehrstück für versuchte Demotivation durch Einschüchterung ist die Drohung: Funktioniere, dann bleibst Du ungeschoren! Sie zeigt letztendlich nur die Hilflosigkeit eines Chefs, dem offenbar keine anderen Stilmittel in seiner Führung zur Verfügung stehen.  Drohungen und Imponiergehabe gehören in die Tierwelt!

Teil VII: Coaching – Hoffnungsträger oder Totengräber?

Coaching umgab in den Neunzigern das Image der Nachhilfe, also Mitarbeitern mittels eines Coaches auf die Sprünge zu helfen. Der Ausdruck auf die Sprünge helfen passt insofern, weil die Herleitung des Namens Coach aus dem 15. Jahrhundert aus der ungarischen Stadt Kots (sprich: Kotsch) stammt. Die Aufgabe des Coachs bestand in der Auswahl des passenden Pferdes zur jeweiligen Kutsche. Das hiervon abgeleitete positive Image wandelte sich aber zum Teil in Richtung Nachhilfelehrer. Aktuell bekommt die Rolle einer Führungskraft als Coach mit dem Übergang zu mehr Digitalisierung in den Unternehmen eine neue Bedeutung, denn die Struktur von Netzwerkorganisationen in der Mitarbeiterschaft nimmt zu und der Schonraum hierarchischer Strukturen schwindet erfreulicherweise dahin. Doch was bedeutet das für das Coaching? …hier geht es zum Artikel

 

Teil VI: Change – Veränderung ja gerne, nur nicht bei mir!

Jede Generation braucht ihre Revolution! Wir sind Zeitzeugen des Übergangs von der Medienepoche der Buchdruckgesellschaft zur computermedialen Gesellschaft, in der das rasche Knüpfen von Beziehungen, Kundenorientierung, Agilität und Iteration (Beschreibt einen Prozess mehrfachen Wiederholens gleicher oder ähnlicher Handlungen zur Annäherung an eine Lösung oder ein Ziel) und Flexibilität oberste Priorität für die Überlebensfähigkeit von Unternehmen hat. Durch die Digitalisierung nimmt die Geschwindigkeit der Veränderung derart zu, dass der wind of change zum Orkan wird… hier gehts zum Artikel

Das EkKo-Modell – Der Grad der Ehrlichkeit in einem Team

Es gibt ihn, den Grad der Ehrlichkeit zwischen einem Minimum an Ehrlichkeit und dem Grad der Ehrlichkeit, der beim Überschreiten zur Dummheit wird. Viele Menschen haben das schon erlebt, sei es im privaten Umfeld oder auch im beruflichen Kontext. Aber wie steht es mit dem Grad an Ehrlichkeit in einem Team, dass gemeinsam erfolgreich sein will?

Der Grad der Ehrlichkeit jedes einzelnen Teammitgliedes wird bestimmt durch dessen Einstellung/Haltung und dessen Motive, wobei in der Kommunikation mit anderen Teammitgliedern der Grad an Ehrlichkeit zum Ausdruck kommt. Ein Mensch in einer Opferhaltung, Schuld sind immer die anderen, legt dabei einen anderen Grad an Ehrlichkeit – UN-EHRLICHKEIT – an den Tag, als beispielsweise der Gewinnertyp, ich bin der Beste, mit einer –Bedingten EHRLICHKEIT -. Machtmenschen wiederum fallen durch wenig Empathie und in ihrer Wortwahl und den begleitenden paralinguistischen Phänomenen auf, wobei der Grad der EHRLICHKEIT oftmals respektlos wird und Entscheidungen, ehrlich aber einsam, gefällt werden. Bei Teammitgliedern mit einem hohen Leistungsanspruch, die weder Macht- noch Gewinnstreben in sich tragen, sondern den gemeinschaftlichen Erfolg in den Mittelpunkt ihrer Arbeit stellen, ehrlich und gemeinsam, ist – Unbedingte EHRLICHKEIT – die Grundlage für ehrliches Feedback und Weiterentwicklung, sowohl persönlich als auch im Team.

In einem Managementteam findet man vorzugsweise die Typen der Bedingten Ehrlichkeit und Ehrlichkeit vor, allerdings sollen auch schon mal seltene Exemplare der Unbedingten Ehrlichkeit in einem Managementteam gesichtet worden sein. Menschen in einer Opferhaltung, dem Schaubild nach der Typus Un-Ehrlichkeit, sind eher auf einer operativen Ebene zu finden als auf Managementebene. Wenn das Wunschbild eines Teams in der Unbedingten Ehrlichkeit liegt, dann stellt sich die Frage: Wie komme ich mit dem Team dorthin?

Anwendung: Nach einer Sensibilisierung aller Beteiligten für den Grad der Ehrlichkeit und einer Analyse nach dem EkKo-Modell liegt die Chance in der Weiterentwicklung einzelner oder des gesamten Teams zur Unbedingten Ehrlichkeit. Dabei steht das – W I E – im Mittelpunkt der Umsetzung, damit am Ende eine intrinsisch motivierte Potentialgemeinschaft entsteht.

Die Zukunft in der Führung hat schon begonnen und die Digitalisierung ist der Haupttreiber für die Art und Geschwindigkeit der Kommunikation, die die Grundlage für uns Menschen als soziale Wesen ist. Zurückbleiben werden die Dinosaurier der Führungskräfte, die jede Black Box selbst entschlüsseln wollen, Entscheidungen ehrlich aber einsam treffen, bis deren Verharrungsvermögen zur Gefahr einer Organisation wird. Die gute Nachricht: Die Dinosaurier sind ausgestorben!

Teil V: Bonus – Kolumne beim DMB

In den letzten Jahren hat kaum ein anderes Thema so viel mediale Aufmerksamkeit erregt wie das Thema Bonus. Die Verfehlungen der Finanzbranche, bei denen sich viele durch think big anstecken ließen, wurden schonungslos von der Presse aufgedeckt, ebenso wie die Exzesse der Automobilindustrie. Der moralische Druck, ausgehend von unserer Gesellschaft, sorgt aktuell bei den Aufsichtsräten und Vorständen für ein Umdenken im Selbstbedienungsladen Bonus…hier gehts zum Artikel

Teil IV: Beurteilung – Kolumne beim DMB

Hand aufs Herz: Wer ist schon mal aus einem Beurteilungsgespräch herausgekommen und hat gedacht: das war ja toll und hat mir praktische Hinweise für meine weitere Entwicklung gegeben? Oder zeichnet sich in der Vorstellung das Bild eines Richters ab,…hier geht`s zum Artikel

Teil III: Angst – Kolumne beim DMB

Angst ist leider ein verbreitetes Phänomen, wie mal wieder die Umfrage des DGB-Index Gute Arbeit (Jan. 2019) des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) ergeben hat. 44% aller Befragten gaben an, Angst davor zu haben, Probleme auf der Arbeit gegenüber dem Chef oder der Chefin anzusprechen…hier geht´s zum Artikel

Teil II: Anerkennung und Lob – Kolumne beim DMB

„Nicht geschimpft ist genug gelobt“ – der Spruch wird dem ein oder anderen bekannt sein. Führungskräfte in Deutschland neigen dazu, lieber den Finger in die Wunde zu legen und auf Fehlersuche zu gehen, als dass Anerkennung oder ein Lob über ihre Lippen kommt. Ärztlicher Befund: Lobwüste? …hier gehts zum Artikel

Friss oder stirb!

Start meiner neuen wöchentlichen Artikelserie beim .
Aktuell sind wir Zeitzeugen des Überganges von der Medienepoche der Buchdruckgesellschaft hin zur computermedialen Gesellschaft mit der Folge…hier gehts zum Artikel

 

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