Konflikt! Trenne die Sache von der Person

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Das ABC der Führung
Teil XV: Konflikte
Sie müssen sich entscheiden: entweder folgen sie dem Strom der Hacken-zusammenschlagenden-Gleichmacherei-Kollegen, was einer Schwarmintelligenz nicht unbedingt zuträglich sein muss, oder sie leben Andersartigkeit, die ihrer Karriere nicht zuträglich sein könnte. Chefs von heute sind nicht immer begeistert, wenn ein Fisch seines Schwarmes gegen den Strom schwimmt, denn Diversität & Inklusion sind mehr hohle Schlagworte als gelebte Realität. Andersdenker sind auch bei Kollegen nicht unbedingt auf der Beleibtheitsskala ganz oben zu finden und somit sind Konflikte vorprogrammiert.

Bedeutung/Definition:
Konflikte sind im sozialen Zusammenleben unter Menschen völlig natürliche und somit wichtige Elemente der Kommunikation sowie der persönlichen Weiterentwicklung und des Lernens. Das Wort Konflikt kommt aus dem Lateinischen confligere und bedeutet aneinandergeraten oder auch kämpfen.

Warum ist es wichtig, Konflikte zeitnah anzusprechen?
Die Krux an einem Konflikt ist, dass die Parteien die Sache nicht von der Person trennen können. In Folge dessen ist häufig die Beziehungsebene gestört und ab diesem Moment leidet die Sachebene beim Transport von Informationen zu dem Kollegen, was wiederum negativen Einfluss auf den Arbeitsprozess haben kann. Um aus einer kleinen Glut kein Feuer entstehen zu lassen, bieten sich kurzfristige Löscharbeiten an😊.

Wie spreche ich einen Konflikt an?
Als Führungskraft ist es gerade in schwierigen Gesprächen besonders wichtig, die Emotionen unter Kontrolle zu haben und mit der Argumentation auf der Sachebene zu verbleiben. Hierbei hilft eine Gesprächsstruktur nach dem W-I-R-Modell (Wahrnehmung-Interpretation-Reaktion). Wahrnehmungen haben in der Regel einen beschreibenden, sachlichen Charakter, Interpretationen und Reaktionen schildern Gedanken und Vorgänge im eigenen Kopf und in dieser Gesprächsstruktur unterbleiben Angriffe auf den Kontrahenten bzw. die Person als solches.

Praxistipp:
Konfliktlösungsstile (siehe Beitragsbild)
Das von Kenneth W. Thomas entwickelte Modell stellt fünf idealtypische Verhaltensmöglichkeiten in Konfliktsituationen dar. Analysieren sie, welcher Typ sie sind und ordnen ihr Konfliktverhalten zu. Am Ende eines Konfliktes kann es zu drei Ergebnissen kommen:

                                          win-win          win-lose            lose-lose.

Die Idealversion ist ein Ergebnis, bei dem alle gewinnen!

Risiken und Nebenwirkungen:
Kennen sie ein Rabattmarkenheft? Meine Mutter hatte früher beim Einkauf immer ein Rabattmarkenheft dabei und wenn das Heft voll war, dann hat sie es eingelöst. Nicht aufgelöster emotionaler Ärger kann denselben, in diesem Zusammenhang aber negativen Effekt verursachen, nämlich das Kleben einer Rabattmarke. Sie wissen ja jetzt was passiert, wenn das Heft voll ist😊.

No-Gos:
Wenn sich ein Konflikt während einer Sitzung mit einem oder mehreren Mitarbeitern ergibt, dann vermeiden sie den Konflikt vor der Gruppe auszutragen. Nehmen sie sich im Anschluss an die Sitzung die Zeit und führen eine Klärung herbei.

Soweit genug für heute, denn…

Wer hat an der Uhr gedreht?
Ist es wirklich schon so spät?
Heute ist nicht alle Tage. Ich komm’ wieder, keine Frage.

Ihr
Frank Uffmann

MITeinander reden statt ÜBEReinander!

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Das ABC der Führung
Teil XIV: Kommunikation
Stellen sie sich eine Führungskraft vor, die sich aus falsch verstandener Fürsorge als Problemlöser für jedes einzelne Teammitglied versteht. Meine Tür steht immer offen wird von den Kollegen intensiv genutzt und die Mitarbeiter erzählen, was ihnen gerade am anderen Kollegen nicht gefiel oder wer gerade Falsches gesagt hat. Schon lässt sich der väterliche Chef (in) instrumentalisieren und geht zum gescholtenen Mitarbeiter und fragt, was denn los ist. Autsch! Das dieser Kollege pikiert reagiert, können sie sich bestimmt vorstellen und er (sie) wird nun seinerseits richtig loslegen und das Schwungrad der Emotionen im Team so richtig in Fahrt bringen. Man multipliziere diese Situation mal acht Kollegen und zwölf Monate und das Ergebnis ist Zeter und Mordio. Das Medikament gegen eine solch vergiftete Stimmung im Team heißt: Miteinander reden statt übereinander!

Definition/Bedeutung:
Soziale Kommunikation findet zwischen einem oder mehreren Menschen (Sender und Empfänger) mit dem Ziel statt, Informationen verbal oder nonverbal zu übermitteln, wobei die schriftliche Kommunikation durch die neuen technischen Möglichkeiten wie WhatsApp, Twitter, Facebook etc. als Verständigungscode deutlich an Bedeutung gewinnt.

Warum ist Kommunikation in der Führung so bedeutend?
Vor der Führung kommt die Kommunikation, denn noch bevor ich einen ersten Führungsimpuls senden kann, kommuniziere ich durch meine paralinguistischen Phänomene wie Mimik, Gestik und Körperhaltung. Einen Führungsauftrag kann eine Führungskraft in der Regel nur mittels Kommunikation zum Empfänger transportieren und aus diesem Grund ist es elementar wichtig, dass Mitarbeiter und Vorgesetzter auf der gleichen Welle funken.

Wie kommuniziere ich als Führungskraft richtig?
Die meisten Führungskräfte wählen den Bauch als ersten Ratgeber, zumal wenn sie keine Ausbildung im Thema Kommunikation erlebt haben. Resultat: oft geht es gut, manchmal aber eben auch nicht! Ein Kommunikationsmodell (sozusagen) auf Abruf zu finden, um damit ein Gespräch zu führen, scheitert in vielen Fällen an der Komplexität vieler Modelle wie z.B. das Vier Seiten einer Nachricht-Modell (Schulz von Thun) oder der Transaktionsanalyse (Eric Berne). Ein erprobtes Modell für eine Führungskraft ist das W-I-R–Modell, angelehnt an Prof. Steil (siehe Praxistipp).

Praxistipp:
W-I-R und dessen Bedeutung (WAHRNEHMUNG – INTERPRETATION – REAKTION) ist leicht im Gehirn abzuspeichern, wieder abrufbar und mit ein wenig Übung ist eine Unterscheidung nach obigen drei Parametern jederzeit möglich. Der Vorteil dieser Vorgehensweise liegt in der kommunikativen Trennung von Wahrnehmung (nach den fünf Sinnen), die nach entsprechendem Training in der Regel sehr sachorientiert verläuft, und deren Interpretation aus Sicht und Erleben der Führungskraft. Hierbei unterbleiben potentielle verbale Angriffe auf Handlungen des Mitarbeiters oder die Person selbst, was häufig der Auslöser einer Kommunikationsstörung ist. Empfehlung: Trennen sie das Verhalten von Menschen von seiner Person (Harvard Konzept)! Der Mensch ist immer o.k., auch wenn sein Verhalten nicht o.k. war.

Risiken und Nebenwirkungen:
Wir Menschen neigen sehr schnell zu Bewertungen von Dingen, Sachverhalten oder auch Menschen, die in der Kommunikation in vielen Fällen nicht hilfreich sind. Insofern empfiehlt es sich, jegliche persönliche Bewertung, insbesondere bei den Wahrnehmungen, zu unterlassen!

No-Gos:
Für eine Führungskraft gilt in besonderem Maße der Satz MITeinander reden statt ÜBEReinander und mit Eintreten in die Funktion eines Vorgesetzten wird der Knopf für die Plaudertasche mit dem Schild No-Go überklebt.

Kommunikation fasziniert mich jeden Tag neu, denn die Wahrheit in der Führung liegt im täglichen Mitarbeitergespräch, wo sich die kommunikativen Fähigkeiten in Allmacht oder Ohnmacht einer Führungskraft offenbaren.

Soweit genug für heute, denn…

Wer hat an der Uhr gedreht?
Ist es wirklich schon so spät?
Heute ist nicht alle Tage. Ich komm’ wieder, keine Frage.

Ihr
Frank Uffmann