Das EkKo-Modell – Der Grad der Ehrlichkeit in einem Team

Es gibt ihn, den Grad der Ehrlichkeit zwischen einem Minimum an Ehrlichkeit und dem Grad der Ehrlichkeit, der beim Überschreiten zur Dummheit wird. Viele Menschen haben das schon erlebt, sei es im privaten Umfeld oder auch im beruflichen Kontext. Aber wie steht es mit dem Grad an Ehrlichkeit in einem Team, dass gemeinsam erfolgreich sein will?

Der Grad der Ehrlichkeit jedes einzelnen Teammitgliedes wird bestimmt durch dessen Einstellung/Haltung und dessen Motive, wobei in der Kommunikation mit anderen Teammitgliedern der Grad an Ehrlichkeit zum Ausdruck kommt. Ein Mensch in einer Opferhaltung, Schuld sind immer die anderen, legt dabei einen anderen Grad an Ehrlichkeit – UN-EHRLICHKEIT – an den Tag, als beispielsweise der Gewinnertyp, ich bin der Beste, mit einer –Bedingten EHRLICHKEIT -. Machtmenschen wiederum fallen durch wenig Empathie und in ihrer Wortwahl und den begleitenden paralinguistischen Phänomenen auf, wobei der Grad der EHRLICHKEIT oftmals respektlos wird und Entscheidungen, ehrlich aber einsam, gefällt werden. Bei Teammitgliedern mit einem hohen Leistungsanspruch, die weder Macht- noch Gewinnstreben in sich tragen, sondern den gemeinschaftlichen Erfolg in den Mittelpunkt ihrer Arbeit stellen, ehrlich und gemeinsam, ist – Unbedingte EHRLICHKEIT – die Grundlage für ehrliches Feedback und Weiterentwicklung, sowohl persönlich als auch im Team.

In einem Managementteam findet man vorzugsweise die Typen der Bedingten Ehrlichkeit und Ehrlichkeit vor, allerdings sollen auch schon mal seltene Exemplare der Unbedingten Ehrlichkeit in einem Managementteam gesichtet worden sein. Menschen in einer Opferhaltung, dem Schaubild nach der Typus Un-Ehrlichkeit, sind eher auf einer operativen Ebene zu finden als auf Managementebene. Wenn das Wunschbild eines Teams in der Unbedingten Ehrlichkeit liegt, dann stellt sich die Frage: Wie komme ich mit dem Team dorthin?

Anwendung: Nach einer Sensibilisierung aller Beteiligten für den Grad der Ehrlichkeit und einer Analyse nach dem EkKo-Modell liegt die Chance in der Weiterentwicklung einzelner oder des gesamten Teams zur Unbedingten Ehrlichkeit. Dabei steht das – W I E – im Mittelpunkt der Umsetzung, damit am Ende eine intrinsisch motivierte Potentialgemeinschaft entsteht.

Die Zukunft in der Führung hat schon begonnen und die Digitalisierung ist der Haupttreiber für die Art und Geschwindigkeit der Kommunikation, die die Grundlage für uns Menschen als soziale Wesen ist. Zurückbleiben werden die Dinosaurier der Führungskräfte, die jede Black Box selbst entschlüsseln wollen, Entscheidungen ehrlich aber einsam treffen, bis deren Verharrungsvermögen zur Gefahr einer Organisation wird. Die gute Nachricht: Die Dinosaurier sind ausgestorben!

Ziele motivieren nie!

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Das ABC der Führung
Teil XXIX: Ziele
Ziele motivieren nie schreibt Reinhard K. Sprenger und hat damit schon vor Jahren eine kontroverse Diskussion ausgelöst, ohne dass sich etwas geändert hat. Bei den aktuell vorherrschenden Führungspraktiken werden Ziele eher als Macht- und Kontrollinstrument genutzt, wird sich hinter den Soll-Ist-Analysen verschanzt und die Rechenarithmetik verkommt zum Führungsinstrument. Welcher Mitarbeiter will schon teils wöchentliche Rechtfertigungsdiskussionen führen, die eine menschliche Führungskomponente zum nicht vorhanden sein degradiert. Somit trifft Sprenger mit seiner Aussage nach wie vor den Nagel auf den Kopf.

Bedeutung/Definition:
Ein Ziel ist ein in der Zukunft liegender veränderter und erstrebenswerter Zustand, der eine Spannung im Menschen erzeugen soll, die wiederum Handlungen aktiviert. Ziele sollen herausfordernd und präzise formuliert und mit regelmäßigen Rückkopplungen über die Zielfortschritte kombiniert sein. Die Anstrengung, Ausdauer, Richtung und die Strategie eines Menschen haben dabei eine Wirkung auf die Leistung auf dem Weg zur Zielerreichung.

Warum sind Ziele wichtig?
Ein Ziel gibt Menschen Orientierung und Sicherheit, wodurch ein Grundbedürfnis erfüllt wird. Ziele als solches haben selten motivierenden Charakter, wohl aber die Erfolge aus den Handlungen und Aktivitäten auf dem Weg zur Zielerreichung. Insofern können Ziele ein hilfreiches Stilmittel in der Führung sein.

Wie geht man als Führungskraft mit Zielen um?
Entweder man vereinbart Ziele unter Mitsprache und Einflussnahme des Mitarbeiters (falls das möglich ist) oder macht eine Zielvorgabe und benennt es auch so, ohne um den heißen Brei herumzureden.

Praxistipp:
Bei einer Zielvorgabe sollte sich jede Führungskraft zu schade sein, dem Kind den Namen Zielvereinbarung zu geben, denn eine Vereinbarung hat einen anderen Charakter. Ehrlichkeit und damit Glaubwürdigkeit währt am längsten!
Vorgehensweise bei einer tatsächlichen ZielVEREINBARUNG:
1. Definiere das Ziel gemeinsam
2. Bespreche den Weg zum Ziel (Strategie) mit dem Mitarbeiter
3. Mache gemeinsam einen Plan zum Ziel (Umsetzung)
4. Stelle sicher, dass jeder Mitarbeiter das Ziel und die Hintergründe dazu kennt
5. Ausführung des Planes
6. Transparenz über die Zielerreichung schaffen und Lernerfolge daraus ableiten
7. Erfolge feiern!

Risiken und Nebenwirkungen:
Es gibt keine Gerechtigkeit bei Zielen! Eine jeweilige subjektive Diskussion darüber ist verschwendete Zeit.

No-Gos:
Ein am Jahresanfang vereinbartes Jahresziel im weiteren Jahresverlauf ohne Rücksprache oder gar Einverständnis der Mitarbeiter zu deren Nachteil anzupassen ist keine gute Idee!

Der in Deutschland am häufigsten anzutreffenden Führungsstil ist aktuell immer noch Managements by objectives gepaart mit Zielvereinbarungen und in Ableitung daraus einer erfolgsabhängigen Bonuszahlung. Die jetzigen Vorstände und Geschäftsführer gehören zur Prätorianergarde Deutschlands, ausgebildet von den Managementpionieren des Industriezeitalters, die Ziele als Macht- und Controllinginstrument einsetzen, ganz so, wie sie es gelernt haben. Ein zögerlicher Veränderungswille ist ebenso wahrnehmbar wie im Thema Digitalisierung, nähert sich die Erfolgsstrategie des hierarchischen Managements doch dem Schicksal der Dinosaurier an. Die Uhr tickt…

Soweit genug für heute, denn…

Wer hat an der Uhr gedreht?
Ist es wirklich schon so spät?
Heute ist nicht alle Tage. Ich komm‘ wieder, keine Frage.

Ihr
Frank Uffmann

Beurteilung: Urteil oder hilfreiches Feedback

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Das ABC der Führung

Teil VII: Beurteilung
Hand aufs Herz: Wer ist schon mal aus einem Beurteilungsgespräch heraus- gekommen und hat gedacht: das war ja toll und hat mir praktische Hinweise für meine weitere Entwicklung gegeben? Oder zeichnet sich in der Vorstellung das Bild eines Richters ab, zudem ich hinaufschaue und der, bevor er sein Urteil spricht, mit dem Hammer auf seinen Resonanzblock schlägt um für Respekt zu sorgen? Zurück aus der Welt der Fantasie wagen wir einen Blick in ein Buch und machen uns schlau über den Sinn einer B-E-U-R-T-E-I-L-U-N-G.

Definition/Bedeutung:
Die Beurteilung ist eine innerbetriebliche, systematische Urteilsbildung eines Vorgesetzten über seinen Mitarbeiter hinsichtlich seiner Potentiale und Leistungen respektive seines (Sozial-) Verhaltens und Ergebnisse (nach Wunderer, Führung und Zusammenarbeit). Beurteilungen sind immer ein subjektives Feedback, da sie in der Regel nur von einer Person ausgestellt werden.

Warum ist eine Beurteilung eines Mitarbeiters wichtig?
aus Sicht der Firma:
~ für Stellenbesetzungen
~ als Grundlage für eine Weiterentwicklung des Mitarbeiters
~ als Grundlage für Anreizsysteme bzw. deren Honorierung
~ eine Beurteilung soll den Mitarbeiter motivieren
aus Sicht des Mitarbeiters:
~ um ein Feedback zu seiner Leistung zu bekommen
~ um ein Feedback zu seinem Potential und damit zu seiner persönlichen Weiterentwicklung zu bekommen
~ als Grundlage für sein Arbeitszeugnis/Gehaltsverhandlungen

Ein wichtiger Punkt für ein gutes Beurteilungsgespräch ist die Beziehung zwischen Chef und Mitarbeiter, weil sie den Grad der Offenheit für ein ehrliches Feedback zu Leistung und Potential bestimmt. Ein weiterer Aspekt ist die Konfliktfähigkeit des Vorgesetzten, inwieweit er Willens und in der Lage ist, ein negatives Feedback zu geben, denn wir alle wissen ja, aus negativen Erlebnissen lernen wir Menschen mehr als aus positiven.

Wie beurteile ich einen Mitarbeiter?
Formal sollte eine Beurteilung in schriftlicher Form erfolgen und inhaltlich sich auf das Verhalten im Arbeitskontext beziehen. Der Mensch als solches ist nicht Gegenstand der Beurteilung und Sympathie oder Antipathie für eine Person sind keine Grundlagen für den Inhalt einer Beurteilung.

Praxistipp:
1. Kündigen sie ihren Mitarbeitern an, dass sie sich im Laufe des Jahres Notizen machen, um konkrete Erlebnisse/Situationen für die Beurteilung festzuhalten.
2. Kaufen sie sich ein kleines Din A5 Buch und notieren sie selbst erlebte einzelne Aussagen, Eindrücke oder Verhaltensweisen, die sie ggf. auch sofort ansprechen.
3. Stellen sie sich in Outlook eine monatliche Terminserie mit einer Stunde Zeit ein, damit sie regelmäßig über ihre Mitarbeiter reflektieren (Notizen machen).
4. Äussert ein Mitarbeiter den Wunsch nach einer positiven Abänderung seiner Beurteilung, ohne dass es für sie hierfür hinreichende neue Erkenntnisse gibt, dann machen sie niemals ihre Beurteilung zum Verhandlungsgegenstand, denn das kostet Ihre Glaubwürdigkeit als Vorgesetzter!

Risiken und Nebenwirkungen:
Bei der heutigen Arbeitsverdichtung ist eine höhere Anzahl von Mitarbeitern Normalität, was zu einer Vielzahl von Beurteilungsgesprächen führt und zu einem zeitlichen Stressfaktor werden kann. Nehmen Sie sich ausreichend Zeit für jeden einzelnen Mitarbeiter, denn das ist eine Form der Wertschätzung!

No-Gos:
Wenn ein Mitarbeiter im Beurteilungsgespräch aufgrund der Bewertung aus allen Wolken fällt, dann haben sie in ihrer Funktion als Führungskraft einen Fehler gemacht. Im Beurteilungsgespräch darf es keine Überraschungen für den Mitarbeiter geben, denn in einer Führungskultur mit Offenheit und Ehrlichkeit sollten Sie diese Dinge immer sofort ansprechen. Sollten Sie dies unterlassen, verletzen Sie in der Konsequenz genau diese Werte.

Fazit: Wahrnehmungen aufschreiben, Zitate notieren, miteinander reden und nachfragen, wenn etwas unklar ist – und dass sofort und nicht erst im Beurteilungsgespräch! Negatives Feedback ist eine Chance für einen Vorgesetzten, den Mitarbeiter zu seinem Fan zu machen.

Soweit genug für heute, denn…

Wer hat an der Uhr gedreht?
Ist es wirklich schon so spät?
Heute ist nicht alle Tage. Ich komm‘ wieder, keine Frage.

Ihr
Frank Uffmann