Lernen neu gedacht: Follow-in!

Lesezeit: 5 Minuten
Das ABC der Führung
Teil XI: Follow-in
„Niemand sagt jungen Menschen, was sie lernen sollen und das Arbeitsumfeld unterstützt sie nicht oder sie kommen mit der angebotenen Lehrmethode nicht zurecht. Sie trainieren am liebsten on the job (77%) und bearbeiten gern neue Aufgaben in kleinen Gruppen (68%)“. Das sind Ergebnisse aus der Studie Voice of the workforce in europe (Deloitte) mit 15.000 Teilnehmern, veröffentlicht am 15. Januar 2019 von Christiane Pütter. Ein lauter Hilfeschrei!
Ein Blick auf den Schreibtisch, in die Küche oder in die Produktionshallen in Deutschland zeigt, der Fortschritt umgibt uns überall, nur offenbar in der Aus- und Weiterbildung wird der Fluss der Ideen zum Rinnsal. Wie der verdurstende in der Wüste brauchen junge Menschen neue Lehrmethoden, um den Anforderungen unserer Zeit gerecht zu werden. Sie ist neu, sie ist in der Praxis für die Praxis vom Autor und ca. dreißig Teilnehmern entwickelt worden und die sagen: so macht Weiterbildung Spaß. Zeit für eine Innovation durch Follow-in!!

Bedeutung/Definition:
Follow-in kombiniert soziales Lernen in einer kleinen Gruppe von z.B. drei Personen (handlungs- und lösungsorientiert in einer gruppendynamischen Situation) mit einzelnen Impulsen durch einen LeaderTeacher (Führungskraft, die eigene Mitarbeiter ausbildet / unterrichtet) parallel-to-the-job.

In der Praxis hat der LeaderTeacher (die Führungskraft) also zwei Rollen inne, einerseits die des Moderators beim Erfahrungsaustausch unter den Teilnehmern, das kann auch schon mal eine Kollegiale Beratung sein, und andererseits die des Trainers, der Impulse aus seinem Wissensschatz gibt.

Warum ist Follow-in als Lernmethode besonders geeignet?
Die Lernmethode eignet sich gleichzeitig zur Aus- und Weiterbildung und hat durch die Nähe zu den Mitarbeitern positiven Einfluss auf die Beziehung zueinander.

Praxistipp:
Ablauf: Follow-in findet in fünf Blöcken à drei Stunden mit einem zeitlichen Abstand von ca. vier Wochen zwischen jedem Block statt.
Zwischen den Blöcken sind Hausaufgaben (z.B. Bücher lesen) zu machen!
Teilnehmer: jeweils 2 – 4 Teilnehmer (idealerweise drei)
Inhalte: z. B. aus den Themen Kommunikation, Führung und Management
WICHTIG: Vertraulichkeitsvereinbarung
Im ersten Follow-in einer Gruppe gleich am Anfang nochmals den
Gedanken der Freiwilligkeit und Mitarbeiterförderung herausstellen

Risiken und Nebenwirkungen:
Aus meiner Erfahrung sind zwei Dinge bei der Implementierung von Follow-in als Lernmethode besonders wichtig:
• bei der Vorstellung dieser Idee im Team den Sinn der Ausbildung und den Fördergedanken der Mitarbeiter betonen
• die Freiwilligkeit der Weiterbildung (das ist ein Angebot) herausstellen und der Hinweis, dass Inhalte der Blöcke vertraulich sind und keinerlei Relevanz für eine Beurteilung haben

No-Gos:
Drängen oder zwingen sie niemals einen Mitarbeiter Kraft ihrer Position zu dieser Lernform. Schaffen sie lieber Begehrlichkeiten!

Fazit: Junge Menschen wollen lernen und sich weiterbilden, nur immer weniger in den traditionellen Ausbildungsformen. Haben Sie als Führungskraft oder HR-Abteilung Mut für neue Wege, die neue Generation wird es Ihnen danken!

Soweit genug für heute, denn…

Wer hat an der Uhr gedreht?
Ist es wirklich schon so spät?
Heute ist nicht alle Tage. Ich komm‘ wieder, keine Frage.

Ihr
Frank Uffmann

Pssstt!
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Führung emotional und digital, das ist genial. Sie haben die Qual der Wahl…

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Führen mit dem Modell der Triagilität

Teil I: Das Modell
Sie suchen einen neuen Impuls für Ihre Führung, um den veränderten Rahmenbedingungen im Kontext Mitarbeiter / Führungskraft Rechnung zu tragen? Hier ist er!

In diesem Artikel stelle ich das Modell der Triagilität vor, in dem ich von der Bedürfnispyramide von A. Maslow und vom Aktivmodell (aus dem Neuroleadership) von Peters/Ghadiri die besten Gedanken vereine. Dabei übertrage ich die Anschauung der Grundbedürfnisse von Maslow auf eine Arbeitssituation. Das Ergebnis ist: Triagilität!

Der steigende Grad der Digitalisierung verändert zunehmend das Leben eines einzelnen Menschen, sowie das Leben unserer Gesellschaft insgesamt und nimmt so immer größeren Einfluss auf unseren Tagesablauf. Das gilt für unser aller Privatleben, aber umso mehr für die Arbeitswelt. Neue Herausforderungen brauchen neue Lösungswege und die gelebte Führungskultur in Deutschland wird den aktuellen Veränderun-gen durch die Digitalisierung nicht mehr gerecht. Hier kommt mein Angebot eines praxiserprobten Führungsmodells.

Bedeutung/Definition:
Triagilität setzt sich aus den Worten Tri (drei) und Agilität*1 zusammen. Triagilität bedeutet, sich flexibel, proaktiv und antizipativ in der Führung zu verhalten.

Im Beitragsbild sehen Sie die drei Parameter Mitarbeiter (Grundbedürfnisse), Beziehung (Mitarbeiterorientierte Führung) und Aktion (Handlungsorientierte Führung) gleichberechtigt in Zeit und Bedeutung nebeneinanderstehen. Eine Führungskraft muss in Zukunft gleichermaßen die Bedürfnisse eines Mitarbeiters berücksichtigen, Identifikation mit dem Team und der Organisation schaffen und mit den Kollegen gemeinsam und erfolgreich Ziele erreichen. Die Komplexität einer Führungsaufgabe nimmt deutlich zu und erfordert zwei neue Führungsrollen, die es bisher so nicht gab:

1. den LernCoach*² , der das Lernen organisiert und begleitet
2. den LeaderTeacher*³ , der seine Mitarbeiter selbst unterrichtet,

um seine Vorbildrolle zu stärken und seine Mitarbeiter bei der persönlichen Weiterentwicklung zu fördern.
In der Führungsrolle als LernCoach ist man Captain und Trainer und dadurch Entwicklungsbegleiter einzelner Mitarbeiter oder ganzer Teams, wobei durch die Nähe zum Mitarbeiter Defizite und Ressourcen erkannt und Lernfelder gemeinsam definiert werden. Die Führungskraft begleitet als Organisator die Durchführung der defi-nierten Maßnahmen und misst den Lernerfolg an der nachhaltigen Umsetzung der neu erworbenen Fähigkeiten in der Praxis.

Der LeaderTeacher gibt sein persönliches Fach- und/oder Führungswissen an seine ihm direkt unterstellten Mitarbeiter weiter und trägt so zu deren Weiterentwicklung bei. Die Ausbildung erfolgt in Form eines Frontalunterrichtes in kleinen Gruppen mit Impulsen aus der Trainerrolle. Beide Führungsrollen zahlen auf die neue Währung für Mitarbeitergewinnung und Mitarbeiter im Unternehmen zu halten ein: Weiterentwicklung von Menschen. Dabei stellt das Modell der Triagilität die Arbeitsgrundlage dar.

Lernen wird der Erfolgsfaktor für Organisationen in der Zukunft sein und Unternehmen sind gut beraten, ihre Führungskräfte auf obige neue Führungsrollen vorzubereiten. Im Tempo der zunehmenden Digitalisierung steigt die Weiterbildungserfordernis an Mitarbeiter, die, wie Deloitte*4 untersucht hat, von sich heraus keine Notwendigkeit für Weiterbildung erkennen (57% der Teilnehmer), weil niemand den Mitarbeitern sagt, was sie lernen sollen und sie nicht von ihrem Arbeitsumfeld unterstützt werden.

Fazit: Die Anforderung für lebenslanges Lernen ist größer denn je, allerdings müssen Unternehmen zuerst die Einsicht und Bereitschaft ihrer Führungskräfte für eine aktive Umsetzung obiger Führungsrollen schaffen!

Die folgenden wöchentlichen Artikel werden detailliert auf die im Bild erkennbaren Dreiecke Mitarbeiter / Beziehung / Aktion eingehen und
einen Praxistipp – aus der Praxis, für die Praxis – mit beinhalten.

Soweit genug für heute, denn…

Wer hat an der Uhr gedreht?
Ist es wirklich schon so spät?
Heute ist nicht alle Tage. Ich komm‘ wieder, keine Frage.

Ihr
Frank Uffmann

*1        Anpassung eines Unternehmens (Managements) an seine Umwelt, möglichst schnell, innovativ und antizipativ zu agieren

*²+³   Vgl. Uffmann (2018), Führungspraxis S. 144

*4       Vgl. C. Püttner, 15.01.2019 CIO, Artikel Mitarbeiter ignorieren digitalen Change

Vom BabyBoomer zum SilverLiner oder 60 ist das neue 40

Lesezeit: 3 Minuten
Viele Frauen haben damit ein Problem, viele Männer auch! Wenn ich mich in meinem Freundes- und Bekanntenkreis bei denjenigen umhöre, die die Schwelle schon überschritten haben, dann scheint der Tag der Götterdämmerung und des sechzigsten Geburtstages ein und derselbe zu sein. Zitate: „Ich habe mich den ganzen Tag eingeschlossen und nur geweint“ oder „Mit sechzig ist man als Frau für Männer doch unsichtbar“ und „Ab jetzt reden alle nur noch über Krankheiten“ und das Schlimmste überhaupt „Im Bus ist ein junges Mädchen aufgestanden und hat mir ihren Platz angeboten“☹. Wir BabyBoomer sind nicht glücklich damit, jetzt schon zum alten Eisen sortiert zu werden und sich auch noch so zu fühlen.
Auf Seminaren war ich häufig der jüngste Teilnehmer, selbst mit Anfang vierzig war das noch so, zumindest in meiner heutigen Erinnerung. Dann kippte das langsam zu meinen Ungunsten, ohne, dass ich das bewusst wahrnahm und am Ende war ich keine fünfzig Jahre alt und der „alte Sack“ im Seminar. Es kam beruflich aber noch dicker! Ich kann mich genau an den Tag und die Situation erinnern, als mein damaliger Chef Chef mir sagte „Sie sind mir zu alt für einen weiteren Karriereschritt“. Rumms!! Ich war damals 46 Jahre alt, ebenso alt wie mein Gegenüber. In diesem Moment wusste ich zum ersten Mal, wie sich Älterwerden anfühlt. Einfach Scheiße!
Zum Thema älter werden hatte ich immer Bilder vom Film Dinner for One oder Der 90. Geburtstag von Miss Sophie vor meinem inneren Auge, wenn Sie ihren Geburtstag mit den bereits verstorbenen Freunden feiert.
Heute, viele Jahre später, klopfe ich an die Tür zu meinem sechzigsten Geburtstag. Meine Gästeliste liegt schon ausgefüllt in der Schublade, ich trage beigefarbene Gesundheitsschuhe und freue mich auf meine Lebensphase zwischen gepflegt aussehen und gepflegt werden, obwohl mich der Gedanke, die erste Generation mit einer Handyhalterung am Rollator zu sein, nicht gerade tröstet.
HALLO, die 60iger sind die neuen 40iger – schon gehört? Zugegeben, vielleicht fühle ich mich nicht mehr ganz so an, aber meine Frau hat bisher nichts gesagt. Gut, ich habe auch nicht gefragt!
Im Ernst: W I R sind heute die SilverLiner, aufgewachsen ohne Krieg und im Wohlstand und in vielen Fällen mit mehr als nur einem Notgroschen auf der Seite. W I R damaligen BabyBoomer halten uns im McFit, FitX oder im Lady Fitness beim Spinning, Beine-Bauch-Po und Krafttraining fit, was uns körperlich zu Gute kommt. Laut Statista (2018) haben 51 % der Senioren in den letzten drei Monaten einen Computer benutzt, also W I R wissen alle, das ein Browser nicht zum Duschen ist, folglich erwartet uns eine tolle Zukunft! Also liebe SilverLiner, W I R sind die neuen 40iger. Macht was ´draus…

Nun beschäftige ich mich beruflich mit den Inhalten Kommunikation, Führung und Management, was die Frage nach dem Bezug zum SiverLiner aufwirft. Ständig lese ich in den Medien, dass wir nicht mehr so leistungsfähig sein sollen. Wer schreibt das? W I R SilverLiner jedenfalls nicht, denn wir wissen, was in uns steckt. Wir 60iger sind die neuen 40iger mit dem Vorteil der Erfahrung eines sechzigjährigen. Audi hat das schon 2007 erkannt und die Produktion des R8 im Werk Neckarsulm in die Hände der SilverLiner gelegt. Also mein Aufruf an alle HR-Verantwortlichen: Statt mal wieder einige Waggons auf das Abstellgleis zu stellen, lieber dem Wissen und der Erfahrung den Vorzug gegenüber dem Tempo geben!
Ihr
Frank Uffmann

Zusammenarbeit zwischen unserem Institut und dem DFK

Erste Zusammenarbeit mit dem Verband der Führungskräfte, DFK.

Thema: Work-Life-Balance … zu sehen auf YouTube.

Führungspraxis ist veröffentlicht – als Buch oder eBook!

Neun Jahre lernen, ausprobieren, Feedback einholen, verbessern, neu testen, Feedback einholen, letzten Schliff anlegen, Modell entwerfen, schreiben und Projekt abgeschlossen:

Es ist vollbracht: aus der Praxis für die Praxis!

Artikel in der Zeitschrift PERSPEKTIVEN 1-2/2018 Führung und Management

Zum Artikel: DIGITALISIERUNG BEDEUTET Lebenslanges Lernen , VOR ALLEM FÜR FÜHRUNGSKRÄFTE

Wien ist eine Reise wert…zum Wiener Digitalisierungskongress 2018

Vortrag: Digitalisierung verändert alles! Mehr sehen und Lesen…

Professionelle Rezension durch Ulla Leuwer

Liebe Ulla Leuwer,

ich bedanke mich bei Ihnen, dass Sie erstens das Tagebuch überhaupt gelesen haben, obwohl es nicht Ihr Genre ist

zweitens für die professionelle Rezension und

drittens für die viele Arbeit in und mit der Rezension. Danke!

Ihr Frank Uffmann

Hier geht´s zum Blog:

http://ullasleseecke.blogspot.de/2018/03/rezension-tagebuch-eines-ex-bank.html

Das Tagebuch hat das Licht der Welt erblickt! jetzt auch als eBook für 0,99 €

Emerging Adulthood-Virus unserer Zeit

Wir haben eine typische Ypsiloner als Tochter: Anfang zwanzig, beruflich zwischen orientierungslos und für ein Thema lichterloh brennend, in Sachen Beziehung zwischen Polyamorie und der großen Liebe und dabei auf der ständigen Suche nach einer eigenständigen Identität. Ich gebe zu, dass ein oder andere Mal hätte ich schon meine Zähne in die Tischkante beißen können, was für mich nicht hilfreich wäre, vor allem wegen der Gnade meiner frühen Geburt und dem daraus folgenden fortgeschrittenen Alter meiner Zähne und natürlich auch mir selbst. Natürlich haben wir uns in der Vergangenheit öfter die Frage gestellt: was haben wir in der Erziehung falsch gemacht? Doch im Laufe der letzten Jahre mauserte sich das Phänomen unserer Tochter zu einem ausgewachsenen „Virus“, der offenbar nicht nur die Kinder in unserem Freundes- und Bekanntenkreis infiziert hat. Viele Twentysomethings sind in einer Zeitschleife zwischen Teenagerzeit und Erwachsenensein gefangen und fühlen sich dort pudelwohl. Beispiel gefällig? Als in einer der vielen Diskussionen mit meiner Tochter die Ahnung zur Gewissheit wird, das sich bei ihr im Studium ein Urlaubssemester ankündigt und ich sowohl durch Veränderung meiner Stimmlage als auch Mimik zum Ausdruck bringe, was ich davon halte, ernte ich folgende Antwort: „Papi, warum regst Du dich auf, das machen doch viele so!“

Nun blättere ich vorgestern die Zeitschrift Mercedes me durch und lese in einem Interview von Model Stefanie Giesinger (21 Jahre und 2014 Gewinnerin der Castingshow „Germany´s next Topmodel“), die mir bis zu dieser Sekunde völlig unbekannt war: „Wir tragen nicht mehr so viel Verantwortung wie die Generation meiner Eltern“, was bei mir ein heftiges Kopfnicken auslöst. Weiter sagt sie: „Wir befinden uns ja im Grunde in einem Zustand dauerhafter Überforderung. Wenn ich heute ehemalige Schulfreunde treffe, wissen die meisten mit 21 noch nicht, was sie „später“ einmal machen wollen.“ Da ist er wieder, der „Virus!“

Ich beschließe mich intensiv mit dieser Thematik auseinanderzusetzen. Auch wenn mein Lieblingsthema Leadership ist, erkenne ich doch in der Erziehung Führungsthemen wieder und vielleicht beugt meine Wissensbereicherung potentiell unklugen erzieherischen Maßnahmen vor;).

Der amerikanische Professor Jeffrey Arnett beschrieb schon im Jahr 2000 die neue Entwicklungsphase der Twentysomethings mit dem Begriff Emerging Adulthood. Seitdem hat sich die Psychologie in diversen Studien ausgiebig mit diesem Phänomen beschäftigt. Verantwortlich für Ursachen und Auswirkungen werden unsere gesellschaftlichen Veränderungen gemacht:

Ursache[1]:                 Die Generation Y…

  • wächst mit großen gesellschaftlichen Umbrüchen auf: Internet, Globalisierung, Klimawandel, Finanzkrise, Terrorismus

Auswirkung:               Die Ypsiloner…

  • wohnen deutlich länger zu Hause bei den Eltern
  • haben immer längere Ausbildungszeiten
  • sind dadurch nur semiautonom
  • arbeiten nur zu einem kleinen Prozentsatz mit 25 Jahren
  • gründen deutlich später eine Familie. Das Durchschnittsalter einer erstgebärenden Mutter ist seit 1991 in Deutschland um fünf Jahre gestiegen.

Folgen:                         Die Twentysomethings

  • gestalten offene soziale Systeme
  • die Vielfalt der Optionen verwirrt mehr, als das sie hilft
  • sind abhängig von immer mehr Flexibilität im Leben
  • verfolgen Ziele mit immer weniger Intensität
  • suchen Partnerschaften zum Erfahrungsaustausch statt zur Familiengründung
  • erfüllen zu mehr als einem Drittel die Kriterien einer psychischen Störung (Depression, Angststörung, Sucht)
  • leiden unter stressbedingter Erschöpfung nicht zuletzt wegen dem hohen Druck an den Bildungseinrichtungen

und die Folge ist

Unsicherheit und Existenzangst.

Tatsächlich hat meine Tochter mir schon einmal von Existenzangst berichtet, was ich aus meiner Perspektive mit Essen, Trinken und Wohnen gleichgesetzt und damit auch nicht verstanden habe.

In einer für mich neuen Rolle als OrientierungsCoach war in der letzten Woche ein typisches „Exemplar“ der Ypsiloner in meiner Beratung. Bei meiner Mandantin erkannte ich viele der oben beschriebenen Sachverhalte wieder, andere konnte ich erahnen. Mit Hilfe von Reflexionsübungen, Testverfahren zum Lerntyp und zur Persönlichkeit gewannen wir Eindrücke zu Business-, Lösungs- und Beziehungskompetenzen, die Rückschlüsse auf Ausbildung und Studienfächer zuließen. Am Ende der gemeinsamen Zeit war ich mir allerdings nicht ganz sicher, ob ich das Wollknäuel im Gehirn entwirrt oder der Vielfalt Vorschub geleistet habe.

Resümee: Unsere Ypsiloner werden das Kind schon schaukeln, mit Mut, Verantwortung und Eigeninitiative und dann wird aus der verwirrenden Vielfalt und Entscheidungsohnmacht Selbstfindung und Zielstrebigkeit. Frei nach dem Motto, die Jugend soll Ihre eigenen Wege gehen, aber ein paar Wegweiser können im Labyrinth nicht schaden.

Mit adventlichen Grüßen

Ihr  Frank Uffmann

[1] Vgl. Psychologie Heute 09/2017, Artikel Anne-Ev Ustorf S. 59 ff

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